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Augsburg lernt laufen

Im Vergleich zu so manch anderer städtischer Pressekonferenz war das heute schon ein Quantensprung. Die Stadt Augsburg bläst im Verbund mit den Stadtwerken und durch professionelle Unterstützung der Agentur "team m&m" zum medialen Großangriff - für ihre Innenstadtpläne und gegen die Tunnelbefürworter. Und sicherlich nicht zuletzt durch das Engagement des neuen Medienchefs im Rathaus, dem früheren Radiomoderator Ekkehard Schmölz, wurde auch bei der Pressekonferenz nicht gekleckert.

Oberbürgermeister Kurt Gribl, Baureferent Gerd Merkle und Stadtwerkechef Norbert Walter hielten teilweise sehr emotionale Reden, neben Schmölz war nahezu das komplette Team m&m vertreten und Pressesprecherin Elisabeth Rosenkranz moderierte (!). Eigentlich hat nur noch Silvano Tuiach als komödiantische Einlage gefehlt...

Vorzustellen galt es das "Projekt Augsburg City", durch das die Augsburger Bevölkerung "transparent, nachvollziehbar und frei verfügbar" (OB Gribl) über die aktuellen Pläne der Stadtregierung in Sachen Citygestaltung informiert werden soll. Dabei geht es nicht nur um Kö und Hauptbahnhof, sondern den gesamten Innenstadtbereich, mit Maxstraße, Elias-Holl-Platz und Stadtmetzg.

Die bereits bekannten Plakate, die für den tunnelfreien Kö-Umbau werben, sind Teil der Kampagne, doch wichtigster Schwerpunkt ist die neue Homepage www.projekt-augsburg-city.de. Dort sollen interessierte Bürger alle Informationen zu den jeweiligen Plänen bekommen, unterstützt durch dreidimensionale Darstellungen, Hintergrundinformationen und den üblichen Web2.0-Firlefanz wie Facebook und Twitter. Videointerviews mit den oben genannten Personen sowie dem Gewinner des Innenstadtwettbewerbs, Architekt Eberhard Wunderle, und zwei weiteren Experten lockern das Ganze auf und Augsburgs "Street Fighting Man" Gerd Merkle lädt noch dazu zur virtuellen Videotour.

Das ist alles ziemlich gut gemacht und kostet dementsprechend auch, 120.00 Euro sind für die Kampagne eingeplant, die Kosten teilen sich Stadt und Stadtwerke. Wobei zu hoffen bleibt, dass das Projekt tatsächlich wie angekündigt dauerhaft betrieben, gefüttert und ausgebaut wird und nicht nach einem (hoffentlich) Contra-Tunnel-Bürgerentscheid wieder im Internetz verstaubt.

Ein weiteres Problem ist natürlich noch, die Bürger zu erreichen, die sich nicht im Netz von astrein produzierten Clips und Animationen überzeugen lassen. Leider blieben die Kampagnenpläne in diese Richtung ziemlich nebulös. Aber Kurt Gribl und seine Mannschaft machen sich da offensichtlich keine Illusionen, hier heißt es schlicht und einfach wieder: Raus auf die Straße!




Die Fotos zeigen v.o. Entwürfe für Kö und "Fuggerboulevard" (Fuggerstraße), OB Kurt Gribl, Baureferent Gerd Merkle und Norbert Walter, Geschäftsführer Stadtwerke.

 
    Geschrieben von flo am Donnerstag, 09.09.2010










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